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Das Auge vor dem Monitor am Arbeits- oder
Spielplatz
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 | Bildschirmarbeit im Allgemeinen |
 | Augenmuskeln und Seharbeit |
 | Kontaktlinsen und Bildschirmarbeit |
 | Abhilfen bei Augenbelastungen |
 | Computerbrillen als besondere Abhilfe |
 | Computerbildschirm und Kontaktlinsen |
 | Computerspiele |
Computer, wohin man sieht
Die Bildschirmarbeit ist weiter auf dem Vormarsch. In allen Berufszweigen
spielen Computer heute eine Rolle, in manchen sind sie das vorherrschende
Werkzeug, man trifft sowohl in Büros wie auch in Werkstätten und
Produktionshallen auf diese intelligenten Maschinen.
Aber auch im nicht beruflichen Bereich sind sie bedeutend geworden, sie
befinden sich in Wohnzimmern, Arbeitszimmern und Kinderzimmern, sie dienen
der Erledigung von Schreibarbeiten aller Art, man kann damit zeichnen oder
malen, rechnen oder sortieren. Man kann sich informieren, z. B. über nahezu
jedes Wissensgebiet, über Produkte und ihre Hersteller, man kann Anschriften
und Telefonnummern suchen lassen, es gibt Kataloge und Bücher auf CD-ROM,
jede Menge Lexika und Unterhaltung. Kinder und Erwachsene können mit
interaktiver Lernsoftware ihr Wissen erweitern und abprüfen. Und dann gibt
es noch das Internet, eine Art shooting star in der Computeranwendung, vor
allem auch was den häuslichen Einsatz anbelangt. Da bekommen sogar die
besonders von den Kindern heißgeliebten Computerspiele Konkurrenz.
Das Auge vor dem Bildschirm
Grundsätzlich gehen vom Bildschirm selbst nach heutiger wissenschaftlicher
Erkenntnis keine Gefahren für das Auge aus. Moderne Bildschirme sind
strahlungsarm und ungefährlich. Es ist ein Märchen, daß der Computer oder
der Bildschirm an sich die Augen verdirbt. Weder die schwache Strahlung noch
das Licht schädigt das Auge, sondern die andauernde einseitige Belastung der
Augenmuskulatur.
Das Auge ist nämlich ein überaus bewegliches Organ. Es steht kaum einmal
tatsächlich still. In der Frühgeschichte der Menschheit spielte das immer
wachsame Auge eine besondere Rolle, denn es galt, Bedrohungen und Gefahren,
die von allen Seiten drohen konnten, rechtzeitig zu erkennen. Wenn wir heute
davon sprechen, daß unsere Blicke schweifen, dann hat das
entwicklungsgeschichtlich dort seinen Ursprung.
Selbst wenn wir etwa sagen, „Ihr Auge ruhte auf ihm“, dann sprechen wir
gewöhnlich eher dichterisch von einem Vorgang, der durchaus dynamisch ist.
Daß Augen - wie bei der konzentrierten Bildschirmbenutzung - tatsächlich
länger, ja stundenlang auf einen Punkt fixiert sind, ist absolut
unnatürlich. Die verschiedenen Augenmuskeln sind permanent in einem
fixierten Spannungszustand. Natürlich hingegen ist ein ständiger Wechsel der
Muskelspannung, der durch Bewegung des Auges und die Einstellung auf
unterschiedliche Blickentfernungen erfolgt.
Bei einem Versuch, Reparatur auf Garantie zu bekommen, hätten sie in diesem
Fall wohl kaum Erfolg: Ablehnung des Garantiefalles wegen nicht
bestimmungsgemäßem Gebrauch.
Augenmuskeln
Unser Wort Muskel kommt vom lateinischen „musculus“, d.h. „Mäuschen“. Ein
Hinweis, worum es bei diesen Organen geht, nämlich um flinke Bewegung:
Muskeln dienen der Bewegung.
Am Augapfel sind außen sechs Muskeln angebracht, die es uns ermöglichen,
nach oben und nach unten, nach links wie nach rechts zu schauen sowie
diagonal.
Im Auge befindet sich ein Ringmuskel. Er hat als einzige Aufgabe, die
Krümmung der Augenlinse zu verändern. Diese Krümmung dient der
Scharfstellung des Sehapparates auf die unterschiedlichen, d.h. jeweils
aktuellen d.h. benötigten Entfernungen.
Wenn man längere Zeit auf den Monitor schaut, muß dieser Ringmuskel ständig
dafür sorgen, daß eine ganz bestimmte Krümmung erhalten bleibt. Man kann
sich leicht vorstellen, daß eine solche Fixierung zu einem Krampf, ja zu
einer Art Dauerkrampf führt. Im Extremfall kann es sogar zu einer
spezifischen Kurzsichtigkeit kommen, der sog. Computer-Myopie.
Abhilfen
Bei den Abhilfen können wir zwischen drei Arten unterscheiden.
Für alle Computerbenutzer gelten die ersten beiden, die letzte betrifft nur
Brillenträger und -trägerinnen.
Die einfachste Abhilfe ist auch die wichtigste: Entspannen Sie Ihre
Augenmuskulatur. Das geht am leichtesten, indem Sie einfach Ihren Blick
neugierig schweifen lassen. Er trifft dabei auf Objekte in unterschiedlicher
Entfernung, so daß sich nach und nach der eben beschriebene Krampf wieder
lösen kann.
Also: Gönnen Sie Ihren Augen öfter mal eine kurze Pause zur Entspannung.
Wenn Sie Ihre restliche Muskulatur auch entspannen wollen, stehen Sie dazu
am besten kurz auf, strecken sich, machen ein paar Schritte und kreisende
Armbewegungen.
Wenn Sie zu den Menschen gehören, denen vor dem Bildschirm alles Gefühl für
die Zeit abhanden kommt, dann sollten Sie sich mit einem Kurzzeitwecker
ausrüsten und ihn alle 20 Minuten klingeln lassen.
Ebenfalls für alle Computernutzer wichtig sind möglichst optimale
Lichtverhältnisse am Bildschirmarbeitsplatz.
Der Bildschirmarbeitsplatz sollte gut ausgeleuchtet sein. Es ist ungünstig
weil für das Auge anstrengend, im dunklen Zimmer am Monitor zu arbeiten.
Der Monitor sollte aber auch nicht gegen einfallendes Tageslicht gestellt
sein. In beiden Fällen hat das Auge dadurch zusätzlich Stress, daß es
ständig zwischen unterschiedlichen Helligkeitsstufen adaptieren muß.
Die Lichtquellen im Raum sollten möglichst blendfrei sein. Ideal wäre eine
indirekte Beleuchtung, so daß der Lichtstrahl nicht direkt auf den
Bildschirm bzw. die Vorlage fällt.
In Räumen, in denen Neonbeleuchtung vorherrscht, sollte man an seinem
Bildschirmarbeitsplatz eine zusätzliche Lampe anbringen, die mit einer
Glühbirne oder einer Halogenlampe bestückt ist. Neonlicht ist an sich nicht
schädlich oder gefährlich, aber es besteht aus sehr gleichförmigen
Lichtwellen und ist daher ein - man könnte sagen - „langweiliges“ Licht, das
die Augen rasch ermüdet.
Nur für Menschen mit Brille sind die folgenden Ratschläge interessant:
Eine Brille dient zu allererst dem guten Sehen. Bei der Arbeit am Computer
soll sie aber besonders transparent sein, damit das, was der
Bildschirmarbeiter sehen muß, auch einwandfrei wahrgenommen werden kann.
Wählen Sie beim Brillenkauf voll entspiegelte Gläser - möglichst ohne oder
nur mit schwacher Tönung. In gewöhnlichen Glasflächen spiegelt sich jede
Lichtquelle, die sich im Raum befindet. Diese Reflexe stören nicht nur die
klare Sicht, sondern mindern auch die Lichtausbeute für das Auge: man sieht
einfach weniger.
Vermeiden Sie Brillengestelle, deren Rand Ihre Sicht im Monitorbereich
einengt.
Wer in das berühmte Lesebrillenalter gerät - das passiert den meisten
Menschen so etwa ab 40 - 45 -, der sollte sich eine spezielle Computerbrille
anfertigen lassen. Eine solche Brille wird mit den Gläserstärken auf die
besonderen Anforderungen des PC-Arbeitsplatzes abgestimmt. Dabei spielen die
Entfernung zu Monitor, Vorlage, Tastatur, die Höhe des Bildschirms und die
Blickrichtung ebenso eine Rolle, wie andere Tätigkeiten, die vom
Computerarbeitsplatz aus erledigt werden müssen.
Kontaktlinsenträger
Durch das konzentrierte Arbeiten am PC vermindert sich die
Lidschlagfrequenz. Das bedeutet, daß die Benetzung des Auges mit
Tränenflüssigkeit enorm reduziert wird. Dies kann leicht zu Augenbrennen
führen.
Beim Kontaktlinsenträger wird zusätzlich die Sauerstoffzufuhr zum Auge
vermindert, was gerötete Augen und verminderte Sicht verursacht.
Weiche Linsen können sich eventuell sogar festsaugen: Sie holen sich die
notwendige Feuchtigkeit aus der obersten Hornhautschicht, wenn die Benetzung
mit Tränenflüssigkeit nicht ausreicht. Abhilfe schaffen auch hier die
Bewegung der Augen, ein mehrmals wiederholtes kräftiges Augenschließen und
-öffnen (Kniepen), Augenrollen und je nachdem ein leichtes Reiben des
Augenlides.
Vorausschauend und vorbeugend sollte man für gute Luftbefeuchtung sorgen.
Wo all dies nichts hilft, gibt es künstliche Tränenflüssigkeit, die man sich
ins Auge tropfen kann.
Sehtest
Betriebe mit Computerarbeitsplätzen sind angehalten, Ihre Mitarbeiter
regelmäßig augenärztlich untersuchen zu lassen.
Wenn Sie zu Hause regelmäßig vor dem Computer sitzen, sollten Sie einmal im
Jahr im Optikerfachgeschäft einen Sehtest durchführen lassen.
Sollten Sie trotz guter Lichtverhältnisse, angepaßter Arbeitsweise und
regelmäßiger Bildschirmpausen irgendwelche Probleme mit den Augen haben oder
bei Ihren Kindern feststellen (Rötung, Blinzeln etc.), sollten Sie nicht
zögern, einen Augenarzt aufzusuchen.
Computerspiele
Aus augenoptischer Sicht sind Computerspiele nicht gefährlicher oder
schädlicher als seriöse Beschäftigung am Computermonitor. Der Vorgang für
das Auge ist derselbe.
Das spezifische Gefahrenmoment liegt auch hier in der Überstrapazierung der
Sehmuskeln durch die Gleichförmigkeit und die Dauer der Belastung, also den
oben beschriebenen Dauerkrampf.
Einerseits ist das junge Auge, das vermutlich meist mit Computerspielen
befaßt ist, besonders sensibel, andererseits ist es auch besonders flexibel.
Die spezifische Gefahr bei dieser Art von Spielen liegt am ehesten darin,
daß der Zeitfaktor dabei völlig verloren gehen kann - Kinder und Jugendliche
verlieren sich leicht in den magischen Welten und Szenarien. Und Erwachsene
sind dagegen alles andere als gefeit.
Sie sollten sich oder ggf. Ihren Lieben auch hier ein Zeitlimit setzen, um
das Spiel gelegentlich zu unterbrechen und den Augen eine Erholungspause zu
gönnen. Dann werden Sie schnell merken, daß die eigentliche Gefahr der
Computerspiele keine optische ist, sondern eine inhaltliche: es gibt viele
primitive, dumme, gewaltverherrlichende, rechtsradikale darunter. Und auch
die guten und lehrreichen nötigen dazu, daß man sich in eine Position
begibt, die alles andere als gesund und natürlich ist. Die Devise kann aber
nicht verbieten oder verdammen sein, sondern nur prüfen und dosieren. Es ist
auch hier wie beim Beton: Es kommt darauf an, was wir daraus machen.
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